Recycling-Experten warnen: Umwelt-Problem von E-Auto-Akkus schlimmer als gedacht

Bei Aceleron strebt man nach nachhaltigen Batteriesystemen
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Die Elektromobilität könnte schon bald zu einem globales Müllproblem mit sich bringen. Davor warnt zumindest Aceleron, ein britischer Hersteller nachhaltiger Batteriesysteme. Die Lösung: Ein nachhaltiger Akku-Kreislauf, der auf Wiederverwertung statt Wegwerfen setzt.

Wie aus einem Artikel des britischen Branchenmagazins Autocar hervorgeht, prognostiziert Aceleron, dass im Zuge der Elektromobilität weltweit mehr als elf Millionen Tonnen Batterie-Müll in den nächsten 20 Jahren entstehen könnten. Das sei genug, um das Wembley Stadion in London fast 20-mal zu füllen.

Damit es nicht so weit kommt, könnte nach Meinung der Recycling-Experten ein Kreislauf der Batterieproduktion, in dem Ressourcen gespart und Abfall verringert wird, helfen. „Dadurch, dass wir Batterien von vornherein für die zirkuläre Wirtschaft entwerfen, können wir es vermeiden, dass sich Akku-Müll bergeweise auf der ganzen Welt anhäuft. Die Dekarbonisierung des Verkehrs ist entscheidend, aber wir lösen momentan ein Nachhaltigkeitsproblem, während wir ein anderes erschaffen. Abfall ist das große Problem“, sagt Aceleron-CEO Dr. Amrit Chandan.

Das Unternehmen mit Sitz in Birmingham konzipiert Batteriesysteme, die nach eigenen Angaben zu 100 Prozent wiederverwertbar sind. Circa, so nennt sich die spezielle Akku-Plattform des Herstellers, könne man leicht auseinander bauen, um zum Beispiel Änderungen vorzunehmen und die Batteriezellen zu optimieren. Durch „intelligentes Batterie-Management“ sei es zudem möglich, den Akkustand aus der Ferne zu kontrollieren.

Auch hierzulande sind Autobauer bestrebt, ihre Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Audi tüftelt zum Beispiel an einem geschlossenen Akku-Kreislauf für seinen e-tron, bei dem 90 Prozent des verwendeten Kobalts und Nickels in neuen Batteriezellen zum Einsatz kommen sollen.