Peugeot 508 Plug-In-Hybrid im Test

Peugeot legt dieser Tage los mit dem 3008 Hybrid4, also einem Kompakt-SUV. Den Vortrieb organisieren ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 200 PS und zwei Elektromotoren.
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Nach jahrelanger 4WD-Pause im Sport-Utility-Vehicle-Sektor macht Peugeot einen eindrucksvollen Schritt: Beim 3008 gibt es wieder zwei angetriebene Achsen – dank des Einbaus von Plug-in-Hybrid-Technik

Sitges – Carlos Tavares hat sich in der Automobilbranche einen Ruf als Rentabilitätsmeister erworben. Der Chief Executive Officer der Groupe PSA kippte Modell­e aus dem Programm, die der Geschäftsgebarung des Konzerns auf lange Sicht mehr schadeten als nützten. Seine Strategie ging auf und führte das Unternehmen in die Gewinnzone, allerdings erfolgte dieser Schritt zu Lasten des Allradantriebs, der sich beispielsweise im eingestellten Peugeot 4008 einbauen ließ. Auch der zuvor schon verabschiedete, deutlich größere 4007 war mit AWD angeboten worden. Aber: In diesem Jahr scheint sich die Löwenmark­e für die Kombination aus SUV und 4WD zu erwärmen – das Thema ist wieder auf dem Tableau, jedoch nur in Verbindung mit einem alternativen Antrieb. Die Rede ist vom schon länger angekündigten Plug-in-­Hybrid, den Peugeot parallel zu reinen Stromautos ab heuer verstärkt vermarkten will, um CO2-bedingte Strafzahlungen an die EU-Kommission im Folgejahr zu vermeiden.

Peugeot legt dieser Tage los mit dem 3008 Hybrid4, also einem Kompakt-SUV. Den Vortrieb organisieren ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 200 PS und zwei Elektromotoren. Einer davon unterstützt den Verbrenner beim Ansteuern der Vorderachse, der ander­e bedient die Hinterachse. Die gewählte Technik macht eine Kardanachse überflüssig, ist gut für eine Systemleistung von 300 PS, ein maximales Drehmoment von 520 Newtonmetern und sportliche Fahrwerte. Keine sechs Sekunden vergehen, bis das elektrifiziert­e Kompakt-SUV von null auf 100 km/h beschleunigt. Natürlich empfiehlt es sich, den 3008 Hybrid4 nicht nur zu treten, sondern auch zu streicheln, um den Gesamtverbrauch und die Schadstoffemissionen so niedrig wie möglich zu halten. Für gewisse Strecken lässt sich das Fahrzeug rein elektrisch bewegen – bis zu 59 Kilometer nach WLTP berechnet, mit einem vollen Lithium-Ionen-Akku. Der verfügt über einen Energiegehalt von 13,2 Kilowattstunden.

Bei dieser Spielart des Plug-in-Hybriden wird es übrigens nicht bleiben: Schon in wenigen Wochen legt Peugeot mit einer weiteren Version nach, wobei es sich hier um eine 225 PS starke 2WD-Ausführung handelt. Ein die Hinter­achse antreibender Elektromotor entfällt, der 1,6-Liter-Benziner ist mit 180 PS nicht ganz so stark präpariert wie beim Allradler.

Kommen wir zum Preisgefüge: Während die konventionell motorisierten 3008-Modelle ab 27.350 Eur­o erhältlich sind, beginnt die Plug-in-Hybrid-Offerte mit 42.600 Euro. Basis ist hier die mittlere Allure-Ausstattungslinie, der Antrieb begnügt sich mit der Kraftübertragung auf die Vorderräder. Höhere Ausstattungsniveaus werden durch GT Line und GT abgedeckt – diese beiden Ebenen sind auch für den Hybrid4 erhältlich, der folglich ab 49.950 Euro die Bereitschaft zeigt, den Eigentümer zu wechseln.

Wer sich für die innovative Hybridtechnik, nicht jedoch für die SUV-Form erwärmen kann, dem hat Peugeot praktisch gleichzeitig zwei Alternativen zu bieten: Auch die Mittelklasse-Limousine 508 und der davon abgeleitete 508 SW lassen sich mit dem 225 PS starken Motorenduo verknüpfen. Hier ist ebenso Allure die maßgebliche Ausstattungslinie, GT Line und GT sind zusätzlich verfügbar. Der 508 kostet als Hybrid ab 45.850 Euro, der Kombi SW ab 47.450 Euro. Zum Vergleich: Der 130-PS-Basis-Diesel ist ab 34.500 Euro in der Preisliste, im Falle des SW sind mindestens 36.100 Euro fällig.