„Auto-Gipfel“ bringt höhere Elektroauto-Kaufprämie und mehr Ladeinfrastruktur

Ladestation

 
 
 

Politik und Autoindustrie haben beim jüngsten „Auto-Gipfel“ im Kanzleramt weitere Maßnahmen vereinbart, mit denen die Verbreitung von Elektroautos in Deutschland angekurbelt werden soll. Neben einem höheren Zuschuss beim Kauf eines elektrischen Modells soll vor allem der Ausbau der Ladeinfrastruktur stärker gefördert werden.

„Wir brauchen jetzt die Massenwirksamkeit der Mobilität von morgen“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montagabend nach dem Spitzentreffen von Bund und Industrie. Es gehe nun darum, Tempo zu machen und Elektroautos alltagstauglich zu machen.

Die Vereinbarungen sehen vor, dass die Kaufprämie für Elektroautos noch im November verlängert und erhöht werden soll: Um 50 Prozent bei Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro und um 25 Prozent bei teureren Fahrzeugen bis zu einer Grenze von 65.000 Euro. Die Hersteller werden sich weiter zur Hälfte an der Finanzierung des Zuschusses beteiligen, hieß es.

Die aktuelle, vor knapp dreieinhalb Jahren gestartete E-Auto-Kaufprämie – offiziell „Umweltbonus“ – wurde kürzlich bis Ende 2020 verlängert. Nach den neuen Plänen verlängert sich die Laufzeit nun bis Ende 2025. Damit soll ermöglicht werden, weitere rund 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge zu fördern, wie die Bundesregierung mitteilte.

Konkret soll der Umweltbonus für rein batteriebetriebene und Wasserstoff-Elektroautos unterhalb eines Nettolistenpreises von 40.000 Euro von 4000 auf 6000 Euro erhöht werden. Für teilelektrische Plug-in-Hybride soll es in dieser Preisklasse statt 3000 dann 4500 Euro geben. Für E-Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro soll der Zuschuss auf 5000 Euro steigen, für Plug-in-Hybride auf 4000 Euro.

50.000 neue Ladestationen bis 2022

Beim Auto-Gipfel wurde auch vereinbart, den Aufbau von Ladestationen für Elektroautos zu beschleunigen. Bis 2022 sollen in Deutschland 50.000 neue Ladestationen entstehen, erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Die Automobilwirtschaft werde davon 15.000 öffentliche Ladepunkte beisteuern. „Das ist gut, das ist ein Schritt vorwärts“, sagte Weil, der im Volkswagen-Aufsichtsrat sitzt. „Ich persönlich finde aber, dass man die Ziele durchaus noch etwas höher hätte schrauben sollen.“

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie VDA Bernhard Mattes sprach von einem „guten Paket“, das bei dem Treffen geschnürt worden sei. Man gehe damit einen weiteren Schritt nach vorne zur „Mobilität der Zukunft“. Es würden nun „große Anstrengungen zum richtigen Zeitpunkt“ gemacht.

Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist, bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte zu schaffen. Dazu will der Bund in den nächsten Jahren mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Außerdem soll die Installation privater Ladepunkte stärker gefördert werden, unter anderem durch Erleichterungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht.